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Zur Person von Oskar Morgenstern:  

Oskar Morgenstern (* 24. Januar 1902 in Görlitz, Deutschland; † 26. Juli 1977 in Princeton, USA) war ein österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und gemeinsam mit John von Neumann der Begründer der Spieltheorie.

Oskar Morgenstern war Privatdozent für Politische Ökonomie an der damaligen Juridischen Fakultät der Universität Wien und Direktor des Österreichischen Instituts für Konjunkturforschung. Er wurde 1938 während einer Vortragsreise in die USA seines Amtes enthoben und von der Universität Wien vertrieben. Morgenstern emigrierte in die USA, wo er an der University of Princeton lehrte und forschte. 1944 legte er mit dem Werk "Theory of Games and Economic Behavior" (gemeinsam mit John von Neumann) die Grundlage für die Spieltheorie. 1965 verlieh ihm die Universität Wien das Ehrendoktorat der Rechte. Gemeinsam mit Paul Lazarsfeld gründete Morgenstern 1963 das Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien, dessen Leitung er bis 1970 übernahm. Nach seiner Rückkehr in die USA war er bis 1976 Professor in New York.  

Die Möglichkeiten der Mathematik und der mathematischen Logik für die Wirtschaftstheorie beschäftigten Morgenstern zeitlebens. Dies führte ihn zur Zusammenarbeit mit Abraham Wald (1902–50) und vor allem mit dem Mathematiker John v. Neumann (1903–57), der entscheidenden wissenschaftlichen Begegnung seines Lebens. Morgenstern wird vor allem als Koautor des mit John v. Neumann verfassten Klassikers „Theory of Games and Economic Behavior“ in Erinnerung bleiben. Erst in den Jahren 1939-43 kam es in Princeton zur langersehnten engen Zusammenarbeit mit dem aus Budapest stammenden Mathematiker, die in dem Werk kulminierte, mit dem die Spieltheorie in die Wirtschaftswissenschaft eingeführt wurde. Interessanterweise hatten beide Autoren unabhängig voneinander bereits 1928 entscheidende Vorarbeiten geleistet.  

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Morgenstern

 

Spieltheorie

In der Spieltheorie werden Entscheidungssituationen modelliert, in denen sich mehrere Beteiligte gegenseitig beeinflussen. Sie versucht dabei u. a. das rationale Entscheidungsverhalten in sozialen Konfliktsituationen abzuleiten.

Im Unterschied zur klassischen Entscheidungstheorie beschreibt die Spieltheorie Entscheidungssituationen, in denen der Erfolg des Einzelnen nicht nur vom eigenen Handeln, sondern auch von den Aktionen anderer abhängt (interdependente Entscheidungssituation).

Die Spieltheorie ist in erster Linie originär ein Teilgebiet der Mathematik; sie bedient jedoch mannigfaltige Anwendungsfelder. Die Spieltheorie ist weniger eine zusammenhängende Theorie als mehr ein Satz von Analyseinstrumenten. Anwendungen findet die Spieltheorie vor allem im Operations Research, in den Wirtschaftswissenschaften (sowohl Volkswirtschaftslehre als auch Betriebswirtschaftslehre), in der Ökonomischen Analyse des Rechts (law and economics) als Teilbereich der Rechtswissenschaften, in der Politikwissenschaft, in der Soziologie, in der Psychologie, in der Informatik und seit den 1980ern auch in der Biologie (insb. die evolutionäre Spieltheorie).

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie


Mehr Informationen zu Oskar Morgenstern finden Sie auch im "Gedenkbuch der Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien"

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